Europameisterschaft 2009 in Brüssel/Belgien

Wettkampfberichte Do, 09.07.09

Jusup Wilkosz als ehemals bester Bodybuilder Europas ausgezeichnet und mit stehenden Beifallsstürmen gefeiert.


Die Europameisterschaft, am 28. Juni 2009 in Brüssel, war für das Deutsche National-Team in vielerlei Hinsicht ein großer Erfolg.

Jusup Wilkosz, Nationalteammitglied, wurde von WABBA-World-Präsident Fabien Debecq für seine Verdienste in dem Bodybuilding-Sport ausgezeichnet. Jusup wurde von den Bodybuilderbegeisterten Zuschauern mit stehenden Beifallstürmen gefeiert wie ein Superstar. Jusup war von dieser Zuneigung offensichtlich sehr gerührt und bedankte sich herzlich.

Nach der Eröffnungszeremonie, die vom WABBA-World-Präsident, Fabien Debecq, und Europa-Präsident, Gerhard Neumer, vorgenommen wurde, ging es zügig zur Bewerbung in den einzelnen Klassen.

In der Juniorenklasse siegte der Ungar Laszlo Hari vor Campos Joao aus Portugal. Diese Wertungen waren Glasklar. Unser Deutscher Athlet, der erst 19jähriger Günter Pister, hatte sich seit der Deutschen Meisterschaft noch einmal gesteigert und präsentierte sich in Bestform. Er kämpfte wie ein Löwe um den Platz auf dem Treppchen mit Panteleimon Starraulakis aus Griechenland und den Litauern Mantas Gailios und Piotr Sevchenko. Günter konnte die Athleten aus Litauen klar besiegen, scheiterte aber an dem 3. Platz an dem Athleten aus Griechenland. Günter Pister belegte bei seiner ersten Europameisterschaft den 4. Platz und vertrat Deutschland vorbildlich. Günter hat noch 4 Jahre Zeit den Titel zu holen und wir sind davon überzeugt, dass er dies auch erreichen wird. Das Talent hat er mit absoluter Sicherheit.

In der over 40-Klasse waren die ersten drei Plätze eine klare Angelegenheit von Frank Müller aus der Schweiz (1. Platz), Pierre Payet (2. Platz) und Costantino Di Fraia aus Italien (3. Platz). Die Plätze 4, 5 und 6 gingen an Laszlo Balog aus Ungarn, Charalampos Sarakinis aus Griechenland und Tibor Roman aus Ungarn. Unsere Deutschen Athleten Heinz Holbach, Andreas Mann und Norbert Kolm kämpften vorbildlich, konnten an diesem Tag aber nicht in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen. Alle sind jedoch motiviert im nächsten Jahr das Finale zu erreichen.

Die Klasse OVER 50 gewann Antonio Lucas aus Spanien einstimmig. Im Bezug auf Masse und Härte, Harmonie und Symmetrie war er der dominierende Athlet. Zweiter wurde Peter Meierhofer aus der Schweiz vor Mario Lily aus Mauritius. Tibor Medek aus Ungarn wurde vierter und den fünften Finalplatz erkämpfte Wolfgang Kallenborn aus Deutschland und Franz-Josef Duschek, der den 6. Finalplatz erreichte. Der dritte Deutscher Athlet, Reinhard Hess, verschenkte den sicheren 5. Finalplatz, in dem er seine Bein- und Bauchmuskeln einfach nicht anspannte obwohl gerade dies seine Stärken sind. Was die Kampfrichter nicht sehen oder nicht gezeigt bekommen, können sie nicht bewerten. Ich konnte Reinhard beim Bankett anhand von den Bildern auf meiner Digital-Kamera zeigen, wo der Fehler lag. Reinhard zeigte sich einsichtig und gerade das macht einen großartigen Sportsmann aus.

In der Männer Fitness Klasse kam es unserer Meinung zu einem krassen Fehlurteil, gegen dass wir als Deutscher Verband offiziell Protest eingelegt haben. Unser Deutscher Athlet, Markus Kittner, war vom Körper her der klar dominierende Athlet dieser Klasse. Im Bezug auf Masse, Härte und Muskelteilung kam keiner an seine Leistung heran. Die Körperbewerbung macht aber nur 50% der Bewerbung aus. Die anderen 50% werden aus dem Kürvortrag ermittelt, der laut Regelwerk akrobatische Elemente beinhalten muss!!! Markus war mit Salto vorwärts und rückwärts, Flick Flak und Spagat auch hier der Athlet mit den besten und meisten Akrobatik-Teilen. Der 3. Platz, der ihm zugesprochen wurde, war ein glasklares Fehlurteil. Denn der Erstplatzierte hatte ganz zwei Liegestütze zu Wege gebracht, ansonsten Body-Posen, die in dieser Klasse verboten sind und mit Punktabzug bestraft werden müssen. Wir werden uns mit unserem Protest auf das geltende Regelwerk beziehen und sind sicher dass dieses Ergebnis korrigiert wird. Selbst der Zweitplatzierte, Jozef Kremer aus Ungarn, war dem Miguel Ferreira nicht überlegen. Die Plätze 4, 5 und 6 gingen an Andrejs Tokarevs aus Lettland vor Eber Hisi Mendez und Christoforos Voulgarelis aus Griechenland.

Der verdiente Sieger der Men-Body-Fitness-Klasse heißt Belich Pierpaolo aus Italien vor seinem Landsmann Alan Barancini. Platz 3 ging an Thomas Buser aus der Schweiz. Eric Kafindo aus Belgien wurde verdienter Vierter vor Joao Caneco und Jorge Cunha, beide aus Portugal. Die 16 Athleten, sehr stark besetzten Klasse, ließen für unseren Marc Lochner keinen Final-Platz zu. Marc war in sehr guter Form und hatte sich seit der Deutschen Meisterschaft noch einmal gesteigert. Er hat Deutschland vorbildlich vertreten.

Die kleine Männer-Bodyklasse war eine klare Angelegenheit von Oscar Alwarez aus Spanien. Condido Anjo wurde Vizemeister vor Gionfranco Fiume aus Italien. Die Plätze 4, 5 und 6 gingen an Sergio Da Cruz aus Portugal, Sabino Ugartemendia und Balazs Schindler aus Ungarn.

In der Kategorie Frauen-Figur-Shape wurde Sylvie Charot aus Frankreich einstimmige Siegerin. Vizemeisterin wurde Silvia Cecchinato aus Italien, vor Elliete Lukyte aus Litauen. die Plätze 4, 5 und 6 gingen an Ingrid Armbruster aus der Schweiz, Arina Saikovska aus Lettland und Szilvia Polger aus Ungarn.

In der Body-Männerklasse Medium stand der Sieger vom ersten Augenblick, als er auf der Bühne stand, fest. Tomas Bures (Tschechische Republik), diesen Namen wird man sich merken müssen - ein Gigant mit Olympia-Format. Vizemeister wurde William Fabbri aus Italien, vor Sergio Pestana aus der Schweiz. Die Finalplätze 4, 5 und 6 erkämpften sich Francisco Marra aus Spanien, Elefterios Sidirapoulos aus Griechenland und Rolando Vasquez Pellerano. Die Deutschen Athleten Jörg Fuchs, Andreas Mann und Norbert Kolm konnten im Kampf um die Finalplätze nicht eingreifen, präsentierten sich aber vorbildlich.

In der Klasse Ms. Fitness waren unsere Deutschen Vertreterinnen Silvia Hahn und Christina Simon am Start. Die Kriterien dieser Klasse sind sichtbare Muskelansätze, Muskelteilung, Symmetrie, Harmonie, feminine Ausstrahlung und die geforderten Pflichtposen in dem die aufgerufene Muskelgruppe deutlich sichtbar sein soll!!! An diesen Maßstäben gemessen war der 6. Finalplatz, den sich Silvia Hahn erkämpfte, ein großartiger Erfolg. Symmetrie, Harmonie und feminine Ausstrahlung gaben hier den Ausschlag. Von 5 Kampfrichter von 7 auf Platz 8 gewertet, musste Christina Simon mit dem undankbaren achten Platz vorlieb nehmen. Setzt man internationale Maßstäbe an, so muss man ehrlicherweise sagen, sie hätte in die Figurklasse (Ms Shape) gehört, wo die Athletinnen ihrem Standart eher entsprachen. Mit unbedigt in der Fitness-Klasse starten zu wollen, hatte sie sich wohl selbst keinen Gefallen getan. Verdiente Siegerin wurde Andrea Legradi aus Ungarn vor Odile Petrucci aus der Schweiz und Konstentina Keskani aus Griechenland. Den vierten Platz erkämpfte sich Catherine Poato aus Frankreich vor Alicia Santos aus Spanien.

In der großen Männerklasse siegte Antonios Kondylis aus Griechenland. Klar vor Mirco Benetti aus Italien und Mantas Karalevicius aus Litauen. Die Plätze 4, 5 und 6 gingen an Guillaume Petit, Nariman Safaeian und Heinz Holbach, der mit großem Einsatz den 6. Finalplatz erkämpfte. Bravo Heinz!!!

Das Stechen um den Gesamtsieg war eine klare Angelegenheit von Tomas Bures aus der Tschechischen Republik. Die Siegerehrung wurde vom World-Präsident, Fabian Debecq und Europa-Präsident, Gerhard Neumer, vorgenommen.

Beim anschließenden Bankett wurde mit dem Deutschen National-Team, Jusup Wilkosz, Gerhard Neumer, Heinz Horling und Wilhelm Hauck kräftig gefeiert und die Meisterschaft diskutiert. Wir waren in einem tollen 4 Sterne-Hotel untergebracht und die Meisterschaft fand in einem Congress Zentrum mit Kinobestuhlung und entsprechend großer Bühne, die Top ausgeleuchtet war, statt.

Mein herzlicher Dank an all unseren Deutschen Athleten/innen, die uns vorbildlich vertreten haben, sowie Chef-Coach Heinz Horling, Adam Smoll und WABBA-Germany Generalsekretärin Anna Brisitzki, die das Team hervorragend betreute.

 

Wilhelm Hauck

Präsident der WABBA-Germany

 

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